Left Weitershoppen
Ihre Bestellung

Ihr Warenkorb ist leer

Oder doch die Probierbox?
Jetzt ansehen
NEU! JETZT IM MEHRWEGGLAS – FÜR EIN NACHHALTIGERES GOLD!
Warum Veganer nerven? 5 vermeidliche Gründe

Warum Veganer nerven? 5 vermeidliche Gründe

Selbst als Veganerin kann ich es manchmal echt nachvollziehen, warum es immer wieder mal heißt „Veganerinnen nerven“. Natürlich ein Vorurteil, aber dennoch in manchen Situationen auch berechtigt. “Nervige Veganer”, „Veganer sind Spinner“, hört man da öfter mal. „Veganer sind meist aggressiv und wollen ihre Meinung aufdrängen“, fällt auch schon mal. Aber wie kommt es dazu und was passiert da in der Kommunikation?

#1 Der falsche Ton

Seit zehn Jahren geben Flippo und ich Workshops und beraten Gastronomen zum Thema vegane Kulinarik. Besonders bei den Gastroschulungen stoßen wir dabei oftmals auf anfängliche Ablehnung – oder lass uns das vielleicht lieber als Skepsis betiteln.

Die Köche, die im Rahmen einer betrieblichen Fortbildung eine vegane Schulung mitmachen, erwarten schon fast, dass da zwei militante und dogmatische Kursleiter kommen. Ausgestattet mit dem erhobenen veganen Zeigefinger und der Lizenz zum Nerven.

Aber nach der Vorstellungsrunde verschwinden diese Vorbehalte meist ganz schnell. Uns ist es immer wichtig, zum Ausdruck zu bringen, dass wir nicht mit der Message „Veganer sind die besseren Menschen“ hergekommen sind.

Mit dogmatischen Ansätzen und ständige Kritikausübung wird man niemanden von Vorteilen der veganen Küche und Lebensweise überzeugen können. Erfahrungswerte und persönliche Überzeugung in einer freundlich gehaltenen und zugewandte Kommunikation in Form von einem Zwiegspräch und nicht einem Stunden langen Monolog ist der Schlüssel zum Gehörtwerden.

Veganes Shooting

#2 Weil sie den moralischen Widerspruch klar machen

Sehr beliebt in der „Vegan-Diskussion“ ist es, den Zeigefinger hochzurecken und Verhaltenswidersprüche aufzuzählen. Den anderen einfach mal moralisch in die Zwickmühle zu bringen „Du liebst deinen Labrador, aber Schweine töten ist für dich ok.“

Für die meisten Veganer *innen ein absoluter Widerspruch und damit auch kein Argument, das man bei hochgerecktem Zeigefinger anbringt. Für Veganer *innen macht es keinen Unterschied, welches Tier für den Konsum getötet wird. Tier bleibt Tier.

Doch aufgrund der tiefliegenden Konditionierung unserer Gesellschaft macht es für viele eben schon einen Unterschied. Dieses Phänomen wird als Karnismus bezeichnet. Mit solchen Kritikäußerungen triggert man sofort die innerlichen Widersprüchen von Wertvorstellung und dem eigentlichen Handeln.

Was bedeutet Karnismus? Karnismus beschäftigt sich mit der Frage, warum wir manche Tiere als Familienmitglieder behandeln und andere Tiere wiederum als Nahrungsmittel betrachten. Dabei legt unsere Kultur oftmals fest, welche Tierarten als essbar gelten und welche nicht.

#3 Weil das ethische Verhalten kritisiert wird

Nicht angenehm ist es, wenn einem aufgezeigt wird, welche ethnische Schwierigkeiten Fleischkonsum mit sich bringen kann. Niemand will hören, dass man Tierqäulerei mit dem Kauf von Billigfleisch unterstützt, denn die meisten Menschen sind ja gegen das Quälen von Tieren.

Konfrontiert man jemanden damit, kann der das als äußerst unangenehm empfinden. Folglich nervt das Thema und der nervige Veganerin, der/ die das Thema angesprochen hat, ebenso. Legt man dazu noch Fakten zur Massentierhaltung in Zahlen dar und erklärt die absolut brutalen Maßnahmen in der Massentierhaltung in aller Deutlichkeit, wird manche/r Veganerinnen sogar als radikal empfunden.

#4 Weil das ökologische Verhalten kritisiert wird

Viele Veganer*innen haben sich auch aus ökologischen Gründen zu einer plant based Ernährungsweise entschieden. Und bei einer Unterhaltung oder Diskussion werden diese natürlich auch als Beweggründe genannt.

Für viele Fleischesser eine unangenehme Erkenntnis, man könnte mit reduziertem Fleischkonsum oder dem gänzlichen Verzicht auf Fleisch einen wichtigen Beitrag gegen den Klimawandel leisten.

Andere ökologische Themen oder Aspekte wie beispielsweise Mülltrennung oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren sind bei weitem nicht so emotional behaftet wie das, was auf unseren Tellern landet. Was wir essen ist unmittelbar mit Tradition, Konditionierung und Emotion verhaftet. Der Gelbe Sack geht unserem Gefühlsleben da eher am Allerwertesten vorbei.

#5 Weil sie gesundheitliche Probleme aufzeigen

Je nachdem in welchem Rahmen die Diskussion zu Veganismus bzw einer pflanzenbasierten Ernährung stattfindet, kann auch das Thema Gesundheit zu hochgerollten Augen führen. Ungefragt jemanden darauf hinzuweisen, dass das, was er gerade isst, total ungesund ist, kommt nicht gut an.

Wer sich aber gerade dabei befindet, sich mit seiner Ernährung zu befassen und seine Gesundheit verbessern will, wird hier eher offenere Ohren dafür haben. Hier solltest du unbedingt mit fundiertem Wissen aus Büchern und faktenbasierten Studien glänzen, um die Vorteile einer veganen Ernährung belegen zu können.

Niko Rittenau hat dahingehend sehr viel wissenschaftliche Arbeit geleistet und seine Studien in dem Buch „Vegan Klischee Ade“ veröffentlicht. Dieses Buch können wir nur wärmstens empfehlen.

Fazit

Aus langjähriger Erfahrung können wir generell nur dazu appellieren, mit Geduld, sachlich gehaltene Argumente und ohne Zeigefinger und harscher Kritik mit anders Lebenden und Essenden in den Austausch zu gehen.

Sich gegenseitig das Essen madig machen endet nicht nur in schlechter Stimmung am Esstisch, sondern schießt obendrein völlig am Ziel vorbei, den Menschen die Vorteile einer fleischreduzierten bzw komplett pflanzenbasierenden Ernährung näher zu bringen.